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FDP-ANTRAG AN GEMEINDE HUDE

Begrenzung für Schottergärten?

HUDE „Die Thematik Kies- und Schottergärten ist vielen Bürgerinnen und Bürgern ein großes Anliegen. Natur und Umwelt sind ein hohes Gut“, schreibt die Huder FDP-Fraktion in einem Antrag an die Gemeinde. Die Fraktion bittet die Verwaltung darum, künftig eine textliche Festsetzung für Schotter- und Steinbeete in Bebauungspläne aufzunehmen und sie somit zu beschränken. Gegebenenfalls sollen Schottergärten sogar verboten werden dürfen, findet die FDP.

 

Der Nabu in Hude hält den Antrag der FDP für einen Schritt in die richtige Richtung. „Das sind Gärten des Grauens, weil kein Lebensraum mehr für Igel, Insekten und Pflanzen bleibt“, erklärt 2. Vorsitzende Tomma Renker. Sie findet, es müsste mehr „wilde Ecken“ in Gärten geben, weil Büsche, Kräuter und Unkraut wichtige Lebensräume darstellen. „Jeder kann etwas für mehr Artenvielfalt tun“, sagt sie. Regelmäßig informiert der Nabu auch über insektenfreundliche Gärten. So zum Beispiel am Freitag, 10. Mai, von 14 bis 18 Uhr auf dem Huder Wochenmarkt, wo der Nabu mit einem Infostand vor Ort sein wird.

 

Andere Gemeinden haben bereits reagiert. So hat die Gemeinde Zetel (Friesland) im Bebauungsplan für ein neues Baugebiet klar festgelegt, dass die Vorgärten gärtnerisch gestaltet werden müssen. Eine Versiegelung durch Schotter ist somit ausgeschlossen. Steine dürfen dort lediglich Bestandteil der Gestaltung sein. In Bremen soll derweil noch diesen Monat ein Gesetzesentwurf veröffentlicht werden, der vorsieht, dass Außenflächen „zu begrünen oder zu bepflanzen sind“.

 

In ihrem Antrag schreibt die Huder FDP weiter: „Die Nahrungsgrundlagen für Bienen, Falter sowie Lebensräume für Kleinstlebewesen gehen in privaten Gärten zurück, weil Gartenbesitzer als Alternative zu Gärten bzw. naturnahen Gärten Kiesbeete anlegen, um die Gartenarbeit auf ein Minimum beschränken zu können.“ Dabei bestehe durchaus die Möglichkeit, pflegeleichte und naturnahe Gärten anzulegen, bei denen sich der Arbeitsaufwand in Grenzen halte.

 

„Wir bitten die Verwaltung, gemeinsam mit einem Planungsbüro Vorschläge zu erarbeiten und diese zu gegebener Zeit im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt zur Beratung vorzulegen“, heißt es vonseiten der Fraktion.

 

Quelle: Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

SEMINARHAUS IN HURREL: Hier wird ein Lichtblick geboten

HURREL /HUDE Wer in die Straße einbiegt, die zum Seminarhaus Lichtblick führt, sieht erst einmal nicht viel. Rechts und links liegen Bäume und Felder, Menschen sind keine zu entdecken. „Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Abgeschiedenheit. Unsere Gäste sind immer überrascht – hier gibt es keine Straßenlaternen, es wird nachts richtig dunkel und still“, sagt Barbara Wurmsee.

Die 62-Jährige hat sich mit ihrem Seminarhaus am Sanderfelder Weg 2 in Hurrel einen Traum erfüllt. Und diesen teilt sie mit ihren Gästen aus verschiedenen Ländern, die auf dem Gelände Kurse belegen. Oft geht es dabei um Achtsamkeit und ganzheitliche Gesundheit. „Wir haben hier eine bunte Mischung.“

Am Montagabend hat Wurmsee die FDP-Fraktion der Gemeinde Hude eingeladen, um die Räumlichkeiten und ihr Konzept vorzustellen. „Dazu gehört bei uns auch die vegetarische Küche – Fleisch gibt es nur auf Extrawunsch“, erklärt die Inhaberin. Das Gemüse für die Speisen käme teilweise aus dem eigenen Garten. „Ein tolles Miteinander von Landwirtschaft und Seminarhaus“, findet FDP-Politikerin Marlies Pape. Sie und die anderen Gäste sind angetan von dem aufgeräumten und schönen Gelände.

Im Jahr 1988 hatte die ausgebildete Psychotherapeutin und systemische Familientherapeutin den Hof gemeinsam mit ihrem Mann gekauft. „Ich habe mich sofort verliebt“, sagt sie. Allerdings hätten sie dort die ersten Jahre nur übernachtet, bis die Vision vom Lichtblick gereift war. „Wir wollten eine Stätte der Begegnung von Menschen errichten, damit diese sich in dieser schnelllebigen Zeit auf sich selbst zurückbesinnen können“, sagt Wurmsee. Seit 2004 werden Seminare angeboten.

Für den Lichtblick gebe es drei Standbeine: Seminarhaus, Ferienwohnung und Heilkundezentrum. Es stehen bis zu 43 Betten für die Seminargäste bereit. In den wärmeren Monaten kann auch in den Gartenhütten oder einem schmucken Bauwagen übernachtet werden.

Großer Hauptveranstalter ist der Psychologe Thomas Harms aus Hude. In ihrem eigenen Team hat die 62-Jährige zudem eine Ernährungs- und Gesundheitsberaterin sowie eine Klangtherapeutin. Insgesamt sind zehn Personen in fester Anstellung beim Haus Lichtblick.

Wurmsee hat bereits den nächsten Schritt geplant. Auf dem Gelände soll ein „Retreathaus“ entstehen – ein Rückzugsort für Gruppen, die beispielsweise eine Schweigewoche einlegen und deshalb nur schwer mit anderen Teilnehmern vereinbar sind. „Da könnten diese Gruppen dann gesondert für sich bleiben.“

Quelle: Nordwest-Zeitung Oldenburg

Die Inhaberin (Mitte) führt ihre Besucher von der FDP-Fraktion über das Gelände. Mit dabei sind (von links) Hans-Hermann Ahlers, Marlies Pape, Roland Arndt, Elfriede Heinemann, Anke Schröder, Erwin Kohlwey und Rolf Renken.
Bild: Arne Jürgens
„Den Augenblick genießen“ – dieser Aufdruck findet im Seminargebäude von Barbara Wurmsee.